Der Hörsturz

Verschlechtert sich von der einen auf die andere Sekunde das Hörvermögen, ist schnell von einem Hörsturz die Rede. Hier erfahren Sie, was genau dahinter steckt – und vor allem, was nicht.

Hörverlust bei Hörsturz

Plötzlicher Hörverlust kann unterschiedliche Gründe haben, ein sehr lautes Geräusch zum Beispiel, ein Unfall oder eine Mittelohrentzündung. Diese Angaben sind wichtig, damit der Facharzt seine Behandlung individuell darauf abstimmen kann. Häufig ist die Ursache aber völlig unklar. Was Mediziner in solchen Fällen kompliziert als „akuten idiopathischen sensorineuralen Hörverlust“ bezeichnen, kennen die meisten Menschen schlicht als „Hörsturz“.


Unvermittelt und ohne Ursache

Einen echten Hörsturz kennzeichnen zwei wesentliche Merkmale:

  1. Der Hörverlust kommt aus dem Nichts – und kündigt sich nicht schon Tage oder Wochen vorher an.
  2. Der Hörverlust lässt sich auf kein konkretes Ereignis zurückführen – etwa eine vorangegangene Erkrankung oder einen lauten Knall.

Neben dem unvermittelten Auftreten und der fehlenden Ursache sind für den Hörsturz drei weitere Eigenschaften typisch:

  • Der Hörverlust tritt in der Regel einseitig auf – nur in seltenen Fällen sind beide Ohren betroffen.
  • Der Hörverlust kann unterschiedlich ausgeprägt sein – von einer leichten Beeinträchtigung beim Hören bis hin zur vollständigen Taubheit.
  • Der Hörverlust kann von zusätzlichen Beschwerden begleitet werden – allen voran Tinnitus, Druckgefühl und Schwindel.


Behandlung: „Zeit ist Ohr“

Der Hörsturz ist normalerweise kein medizinischer Notfall, bei dem es auf die sprichwörtliche Minute ankommt. Wie bei anderen Erkrankungen auch, gibt oftmals der persönliche Leidensdruck das Tempo vor – die einen lassen sich früher untersuchen, andere hingegen etwas später. Selbst bei leichten Beschwerden sollten Sie jedoch die bei HNO-Ärzten beliebte Devise im Hinterkopf behalten: „Zeit ist Ohr“. Schieben Sie den Arztbesuch also nicht auf die lange Bank, um die Risiken für eine dauerhafte Einschränkung beim Hören und weitere Beschwerden wie Tinnitus zu minimieren. Weil bislang nicht abschließend geklärt werden konnte, welche Ursachen einen Hörsturz hervorrufen, gestaltet sich eine wirkungsvolle Therapie schwierig. Wurden in der Vergangenheit Stress, Hektik und eine dauerhaft hohe Geräuschkulisse als Hauptverantwortliche ausgemacht, stehen heutzutage besonders Durchblutungsstörungen im Innenohr im Verdacht. Die entsprechende Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie beschreibt deshalb unter anderem folgende Behandlungsansätze:

  • Glukokortikoide
    Der Einsatz eines entzündungshemmenden Hormons soll mögliche Schwellungen im Hörorgan reduzieren und so die Hörleistung verbessern.
  • Rheologische Therapie
    Die Behandlung mit Infusionen soll die Fließeigenschaften des Blutes positiv beeinflussen und so die Beeinträchtigung beim Hören lindern.
  • Hyperbare Oxygenierung
    100-prozentiger Sauerstoff, eingeatmet in einer Druckkammer, gelangt tief ins Gewebe des Patienten und soll so dem Hörverlust entgegenwirken.


Auf Nummer sicher gehen

Welche Therapie im konkreten Einzelfall in Frage kommt, entscheidet der Facharzt nach eingehender Untersuchung. Ein Hörsturz mit geringfügigem Hörverlust kann auch ganz von alleine wieder verschwinden, die Spontanheilungsrate ist sogar recht hoch. Ob behandelt werden muss oder doch abgewartet werden kann, diese Entscheidung sollten Sie aber nicht alleine treffen.

Haftungsausschluss

Die Angaben auf dieser Webseite dienen zur Information und sind in keiner Weise als Ersatz für die medizinische Beratung vorgesehen. Bitte konsultieren Sie einen Facharzt für eine Diagnose bzw. Behandlung eines Hör- oder Gesundheitsproblems.

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