Lynne Geddis

„Ich konnte das Telefon klingeln und meinen Vater „Hallo“ sagen hören. Ich weinte vor Freude, denn ich hatte seine Stimme seit Jahren nicht mehr gehört. Ich konnte zwar noch nicht das ganze Gespräch hören, aber es war ein guter Anfang.“

Heimatregion: Nordirland
Typ der Hörhilfe: Cochlea-Implantat
Soundprozessoren: Nucleus® 5

Meine Hörprobleme

Erst als ich fünf Jahre alt war, bemerkte meine Familie, dass ich ein leichtes Hörproblem hatte. Mein Hausarzt führte das auf eine schwere Masernerkrankung zurück und mein Leben ging weiter. In der Schule kam ich die meiste Zeit ganz gut zurecht, weil ich vorne im Klassenzimmer saß und hin und wieder die Mitschriften meiner Freunde abschrieb. Für die Schulabschlussprüfungen wurden mir Hörgeräte angepasst. Ich begann ein Studium an der Uni, hatte aber immer mehr Schwierigkeiten, vor allem beim Kontakt mit Gruppen.

1997 wurde ich schwer krank und mit Epstein-Syndrom diagnostiziert, einer Krankheit, die zu Nierenversagen und Hörverlust führt. Fünf Jahre lang musste ich zur Dialyse und drängte meine Hörprobleme in den Hintergrund, bis ich 2002 eine neue Niere erhielt. Ich wollte meine Ausbildung zur Sozialarbeiterin fortsetzen, mein Gehör war aber inzwischen so schlecht, dass ich aufgab. Zu diesem Zeitpunkt wurde ich an eine HNO-Klinik überwiesen und stellte fest, dass ich hochgradig schwerhörig war und jahrelang nur durch Lippenlesen über die Runden gekommen war.

Ein Neuanfang

Als der Zeitpunkt kam, mein Implantatsystem auszuwählen, war das Nucleus® 5 mit Fernbedienung verfügbar und ich entschied mich für dieses System. Vier Wochen nach der Operation wurde es eingeschaltet und ich war nervös und aufgeregt zugleich. Nach ein paar kreischenden Geräuschen in meinem Ohr konnte ich meinen Mann und den Audiologen hören, ein surreales Gefühl. Auf dem Nachhauseweg telefonierte mein Mann über das Lautsprechersystem des Autos und ich konnte hören, wie das Telefon klingelte und mein Vater „Hallo“ sagte. Ich weinte vor Freude, denn ich hatte seine Stimme seit Jahren nicht mehr gehört. Ich konnte zwar noch nicht das ganze Gespräch hören, aber es war ein guter Anfang.

Ich musste noch einige Male in die Klinik, um den Soundprozessor programmieren zu lassen. Etwas länger dauerte es, bis ich die Stimmen von Menschen verstehen konnte, was auch Konzentration erforderte. Die Fernbedienung finde ich einfach anzuwenden und ich kann damit Programme in besonders lauten Umgebungen oder bei Konzerten anpassen.

Die Auswirkungen des Cochlea-Implantats auf mein Leben

Die größten Auswirkungen des Implantats auf mein Leben sind mein wiedergefundenes Selbstvertrauen und die Unabhängigkeit. Ich muss mich jetzt nicht mehr auf andere Leute verlassen, die für mich sprechen, und kann Familientreffen und andere gesellige Anlässe wieder genießen. Bei der Arbeit muss ich mich nicht mehr auf Notizen verlassen, kann an Versammlungen teilnehmen und hinke nicht mehr ständig einen Schritt hinterher. Ich wünschte nur, dass ich schon früher von Cochlea-Implantaten gehört hätte, da meines mein Leben total verändert hat. Jeden Tag in der hörenden Welt aufzuwachen, ist für mich überaus kostbar.

Warum ich Fürsprecher bin

Ich wollte ein Fürsprecher werden, damit ich der Klinik etwas zurückgeben und jenen helfen kann, die sich vielleicht, wie ich damals, davor scheuen, den Prozess zu beginnen. Ich sprach damals mit einer Frau, die bereits ein Cochlea-Implantat hatte. Das hat mir sehr geholfen, da ich wegen der Operation ziemlich nervös war.

Ich stelle immer wieder fest, dass mir oft dieselben Fragen gestellt werden, die ich damals hatte. Andere sprechen gerne mit mir über die Operation und das Wunder, wenn man einfache Töne wieder hören kann. Dass ich anderen helfen und von diesen besonderen Momenten erzählen kann, erfüllt mein Leben als Fürsprecher so sehr.

Haftungsausschluss

Die Angaben auf dieser Webseite dienen zur Information und sind in keiner Weise als Ersatz für die medizinische Beratung vorgesehen. Bitte konsultieren Sie einen Facharzt für eine Diagnose bzw. Behandlung eines Hör- oder Gesundheitsproblems.

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