Hörverlust

So wie jeder Mensch individuell ist, ist auch jede Hörschädigung anders.

Es gibt verschiedene Grade und unterschiedliche Formen von Hörverlusten. Welchen Grad ein Hörverlust hat, lässt sich als Messkurve im so genannten Audiogramm grafisch darstellen.

Die waagerechte Achse des Audiogramms beschreibt die Höhe eines jeden Tons. Die Tonhöhe wird in der Maßeinheit Hertz (Hz) angegeben. Die senkrechte Achse des Audiogramms zeigt hingegen die Lautstärke. Sie wird in Dezibel (dB) gemessen.

Bei jedem Hörtest wird überprüft, ab welcher Lautstärke die unterschiedlichen Tonhöhen erstmals gehört werden. Die Werte, die bei der Messung im Audiogramm vermerkt werden, beschreiben die Hörschwelle einer Testperson.

Einen Hörverlust misst man immer in db HL. Das Kürzel "HL" steht für das englische "Hearing Level". Mit der db HL wird beschrieben, welcher Unterschied zwischen der Hörschwelle eines gut hörenden und der eines hörgeschädigten Menschen besteht.

Anfangs geht oft nur das Hörvermögen für hohe Töne verloren, nach und nach kann sich der Verlust auf die mittleren und tiefen Töne ausweiten.

Gesprochene Worte hören

Das gesunde menschliche Gehör umfasst einen Frequenzbereich von 20 Hz bis 20.000 Hz. Für das Hauptsprachverstehen ist der Frequenzbereich von 500 Hz bis 4.000 Hz maßgeblich. Die kleineren und größeren Frequenzen steuern Lautstärke und Klangempfinden bei. Frequenzen um 1.000 Hz werden von Normalhörenden bei 0 dB wahrgenommen (Hörschwelle).

Um diese Zahlen besser einordnen und verstehen zu können, hilft der folgende Vergleich: Eine Unterhaltung in ruhiger Hörumgebung findet bei circa 50 bis 65 dB statt, wobei 50 dB eher ein Flüstern ist. In Betrieben ist bereits ab 85 dB gesetzlich ein Gehörschutz vorgeschrieben. Ein Rockkonzert oder ein startender Düsenjet kann einen Pegel von circa 120 dB erreichen. Die Schmerzgrenze des menschlichen Gehörs liegt bei circa 130 dB. Bei höheren Pegeln entstehen irreparable Schädigungen des Innenohres oder der empfindlichen Haarsinneszellen im Innenohr.