Knochenleitungs-Hörsystem
Die Versorgung mit einem Knochenleitungs-Hörsystem bietet sich für diejenigen an, bei denen die Übertragung des Schalls zum Innenohr hin gestört ist. Bei konventionellen Hörgeräten wird der Schall durch Luft übertragen. Im Falle einer Schallleitungsschwerhörigkeit ist eine Übertragung auf diesem Wege mehr oder weniger unmöglich. Eine Alternative kann dann die Schalleitung über den menschlichen Knochen sein. Denn was vielen gar nicht bewusst ist: Auch unsere Knochen sind sehr gut geeignet, Sprache und Geräusche zu übertragen.
Eine Schallleitungsschwerhörigkeit kann verschiedene Ursachen haben:
- Fehlbildungen der Ohren
- eine chronische Mittelohrentzündung
- eine Syndromerkrankung wie das Franceschetti-, das Goldenhar- oder das Pierre-Robin-Syndrom
- eine chronische Tubenbelüftungsstörung
- weitere Erkrankungen wie z. B. die Verknöcherung der Gehörknöchelchen (Otosklerose)
Ein Knochenleitungs-Hörsystem nutzt die Fähigkeit des menschlichen Knochens, Schall von der Schädeldecke bis in das Innenohr zu leiten. Diese Systeme werden genutzt, wenn sich die Ursache der Schallleitungsschwer-
hörigkeit nicht operativ behandeln lässt. Auch bei kombinierter Schwerhörig-
keit und einseitiger Taubheit können diese Lösungen helfen.
Übrigens ist es problemlos möglich, sich einen Eindruck von der Arbeitsweise eines Knochenleitungs-Hörsystems zu verschaffen. Mit Hilfe eines Teststabs können Sie bei ihrem Akustiker das Knochenleitungs-Hörsystem testen, bevor Sie sich für den chirurgischen Eingriff entscheiden.



