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Hier können Sie sich anhand der am häufigsten gestellten Fragen über Hörimplantate informieren.
Hörimplantat
Für wen eignet sich ein Hörimplantat?
Hörimplantate (in der Fachsprache Cochlea-Implantate genannt) sind sowohl für Kinder als auch für Erwachsene geeignet.
Bei Erwachsenen liegt eine Versorgung mit einem Hörimplantat dann nahe, wenn es selbst mit leistungsstarken Hörgeräten schwer fällt, Gespräche zu führen oder zu telefonieren. Menschen, die mit optimal angepassten Hörgeräten gesprochene Worte zu weniger als 40 Prozent verstehen (so genannter Einsilber-Test), werden sehr wahrscheinlich von einem Hörimplantat profitieren. Natürlich sollten sie auch den Wunsch haben, ihr Leben in der Welt der Hörenden zu führen.
Gehörlos geborene oder hochgradig hörgeschädigte Kinder erhalten in der Regel mit 12 Monaten ein Hörimplantat. Bei älteren Kindern ist eine Versorgung angebracht, wenn die Entwicklung von Hören und Sprache ausbleibt oder nur sehr verzögert erfolgt – wenn etwa gesprochene Worte ohne Lippenablesen kaum erkannt werden.
Ob Sie oder Ihr Kind für die Versorgung mit einem Cochlea-Implantat geeignet sind, entscheiden Sie gemeinsam mit der jeweiligen Klinik.
Wie funktioniert ein Hörimplantat?
Beim Hören mit einem Cochlea-Implantat laufen in Bruchteilen von Sekunden folgende Schritte ab:
- Der Schall wird von einem kleinen Mikrofon aufgenommen, das direkt am Ohr sitzt.
- Der aufgenommene Schall wird im Soundprozessor gefiltert, analysiert und digitalisiert. Alle Informationen, die ein Schall bereithält, sind nun digital verschlüsselt.
- Die so verschlüsselten Informationen leitet der Soundprozessor an die Sendespule weiter.
- Diese Spule sendet die verschlüsselten Signale an das eigentliche Implantat, das unter der Kopfhaut sitzt.
- Das Implantat wandelt die digitalen Schall-Informationen erneut um – zu elektrischen Impulsen. Diese werden über eine Elektrode bis in die winzige Hörschnecke, die so genannte Cochlea, weitergeleitet. Von hier gelangen sie bis ins Gehirn, das mit Hilfe der Impulse einen Höreindruck wahrnehmen kann.
Welche Vorteile bietet ein Hörimplantat?
- Wahrnehmung von Alltagsgeräuschen und Hörgenuss: Viele hörgeschädigte Menschen können mit dem Hörimplantat akustisch wahrnehmen, was um sie herum geschieht. Sie fühlen sich sicherer, sind selbstbewusster; und sie können das Leben auch hörend genießen.
- Verbesserte Kommunikation: Die meisten Träger von Hörimplantaten berichten, dass sich mit ihrem Hörimplantat ihre kommunikativen Fähigkeiten verbessert haben. Sie verstehen Sprache auch dann, wenn sie nicht von den Lippen absehen. Viele können sogar telefonieren. Von diesem Mehr an Kommunikationsfähigkeit profitieren nicht nur die Betroffenen selbst, sondern auch deren Freunde, Familienangehörige und Kollegen.
- Weniger Stress: Viele erwachsene Hörgeschädigte bestätigen, dass sie dank des Hörimplantats im Beruf oder auch zu Hause weniger Stress erleben. Sie sind ausgeglichener. Im Beruf eröffnen sich zudem oft ganz neue Möglichkeiten.
Möchten Sie Menschen, die mit einem Cochlea-Implantat leben, persönlich treffen und Erfahrungen austauschen? Dann vermitteln wir Ihnen gerne den Kontakt zu Selbsthilfegruppen in Ihrer Region.
Wie wird ein Soundprozessor getragen?
Der Soundprozessor wird komfortabel hinter dem Ohr getragen.
Was geschieht bei der Versorgung mit einem Hörimplantat?
Für die Versorgung ist ein operativer Eingriff erforderlich, der circa 2 bis 3 Stunden dauert. Normalerweise kann der Patient das Krankenhaus bereits wenige Tage nach der OP wieder verlassen. Nach 4 bis 6 Wochen wird der Soundprozessor programmiert und an die Bedürfnisse des Patienten angepasst.
Weitere Informationen erhalten Sie von der jeweiligen Klinik. Wenn Sie den Kontakt zu einer spezialisierten Klinik in Ihrer Region suchen, können wir Ihnen gerne behilflich sein.
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?
Die Kosten für die Versorgung mit einem Hörimplantat werden in Deutschland vollständig von den Krankenkassen übernommen.
Das Team der versorgenden Klinik gibt Ihnen hierzu individuell Auskunft. Wenn Sie den Kontakt zu einer spezialisierten Klinik in Ihrer Region suchen, können wir Ihnen gerne behilflich sein.
Bis zu welchem Alter können hochgradig schwerhörige Erwachsene mit einem Hörimplantat versorgt werden?
Grundsätzlich kann die Versorgung mit einem Hörimplantat (in der Fachsprache Cochlea-Implantat genannt) bis ins hohe Alter erfolgen. Der Betroffene sollte hoch motiviert sein. Er sollte wieder hören wollen und bereit sein, das neue Hören mit dem Cochlea-Implantat zu erlernen. Wichtig ist weiterhin, dass es keine medizinischen Befunde gibt, die gegen eine Implantation sprechen.
Knochenleitungs-Hörsystem
Wie unterscheidet sich ein Knochenleitungs-Hörsystem von einem Hörgerät?
Es gibt zwar einige Hörverluste, die man sowohl mit einem Knochenleitungs-Hörsystem als auch mit einem konventionellen Hörgerät therapieren kann. Dennoch unterscheiden sich beide grundsätzlich:
Hörgeräte bearbeiten den Schall, verstärken ihn und übertragen ihn über die Luft in den Gehörgang. Das Knochenleitungs-Hörsystem bearbeitet und verstärkt den Schall ebenfalls; aber es leitet ihn danach über den menschlichen Knochen bis in die Hörschnecke (Cochlea). Es umgeht somit beschädigte Bereiche des Ohres, in denen die Schallübertragung über die Luft nicht mehr gegeben ist. Diese Lösung kann etwa Menschen mit einem blockierten Mittelohr zu einem erheblich besseren Höreindruck verhelfen.
Woher weiß ich, ob ein Knochenleitungs-Hörsystem für mich infrage kommt?
Anhand eines professionellen Hörtests kann ihnen ein Audiologe oder ein Hörakustiker sagen, inwieweit sich ein Knochenleitungs-Hörsystem anbietet. Zudem sollte man den Soundprozessor bereits vor der Entscheidung für eine Operation ausprobieren. Dies ist mit Hilfe eines Teststabes oder eines Kopfbügels möglich – auch wenn dabei nicht volle Klangqualität und volle Lautstärke erreicht werden. Der Test kann eine wichtige Hilfe für die Entscheidungsfindung sein.
Wie wird ein Knochenleitungs-Hörsystem getragen?
Das Knochenleitungs-Hörsystem wird an einem winzigen Anker befestigt, der hinterm Ohr in den Schädelknochen eingesetzt wird. Von diesem Implantat wird der Schall über den Knochen direkt an die Hörschnecke (Cochlea) übertragen.
Die Verankerung im Knochen sichert eine wesentlich bessere Klangqualität als frühere Knochenleitungs-Geräte, bei denen der Schall erst durch die Kopfhaut auf den Knochen übertragen wurde. Die Haut dämpft den Schall nicht mehr. Und es muss auch kein Druck auf die Kopfhaut ausgeübt werden, was bei früheren Lösungen oft Kopfschmerzen und Hautreizungen zur Folge hatte.
Wie lange muss ich nach der OP warten, bis der Soundprozessor angebracht werden kann?
Bei Erwachsenen rechnet man mit einer sechswöchigen Einheilung des Implantats. Bei Kindern kann dieser Prozess ein halbes Jahr dauern. Nach dieser Zeit ist in der Regel eine dauerhafte Verbindung zwischen Knochen und Titanimplantat entstanden.
Wie stabil ist die Verbindung zwischen dem System und dem Knochen?
Die Vorstellung, dass ein winziger Titan-Anker in den Knochen des Schädels eingesetzt wird, mag im ersten Moment irritierend und fremd sein. Diese Implantation ist jedoch ein Routineeingriff, und für Träger eines Knochenleitungs-Hörsystems wird der „Anker in der hörenden Welt“ schnell zur Selbstverständlichkeit.
Die Verbindung von Implantat und Knochen ist höchst stabil. Das liegt an der so genannten Osseointegration – einem Phänomen, das der schwedische Professor Per-Ingvar Brånemark in den frühen 60er Jahren entdeckte. Er fand heraus, dass Titan vom menschlichen Knochen angenommen wird. Beide Materialien verbinden sich zu einer festen Struktur. Diese Entdeckung ermöglichte nicht nur die Verwendung von Zahnimplantaten. Sie ist auch die Basis für Hörimplantate mit Knochenleitung.
Gibt es in meiner Nähe Kliniken oder Hörakustiker, die auf Knochenleitungs-Hörsysteme spezialisiert sind?
Gerne können Sie Kontakt zu uns aufnehmen. Wir werden Sie dann bei der Suche nach Kliniken oder Hörakustikern in Ihrer Region unterstützen.


